Freitag, 13. April 2018

Social Media Kanäle


Ja, ich existiere noch. ;) Derweil läuft die Bearbeitung der Klapsocalypse bei dem neuen Verlag und das aktuelle Projekt ist auch kurz vor der Vollendung.
Aber dafür werdet iher auf meinen Socialmediakanälen mitunter täglich mit Kät-Toons und anderen Schabernack versorgt.

Auf Twitter findet ihr mich unter Kät´n´Tweets, wo ich mich durch das Web kommentiere und tägliche zwitscher.

Auf Instagram bin ich unter Insta_Kaet vertreten und es dient vornehmlich der täglichen visuellen Bespaßung mit Kät-Toons, aber auch Fotos von Alltagsskurrilitäten.

Last but not least bin ich natürlich auch auf dem Gesichtsbuch unter Kathy Kahner zu finden. Auch dort gibt es u.a. Kät-Toons.

Ihr müsst also nicht auf den kahnerischen Humor verzichten, wenn ihr es nicht wollt.

Schaut einfach mal vorbei!

Freitag, 17. November 2017

Humor mit Titten – Immer gleiches Spiel mit den weiblichen Besonderheiten


Vorwort
Sooo, dieser Beitrag war unlängst auf meiner to-write Liste und entsprang ursprünglich war das Thema mit meinen Text „Die ernste Seite des Humors oder auch die skurrilen Irrtümer des Lachens“ verwoben. Meine Skurrilitätsmuse war der Ansicht, dass der weggelassene Abschnitt einen eigenen Beitrag verdient - und damit hat sie Recht.

Da ein solcher Beitrag einer brennenden Motivation bedarf, lagerte der Gedanke eine Weile im Hintergrund, bis der Funke unbeabsichtigt vom Team Walulis mit ihrem fabulösen Video zum Deutschen Comedy Preis neu entfacht wurde.
Jedoch möchte ich obligatorisch darauf hinweisen, dass sich dieser Beitrag aus meinen subjektiven Eindrücken speist. Als Wissenschaftlerin habe ich das Bedürfnis, das nochmal zu verdeutlichen.




„Hi hi, ich habe eine Vagina“
Nach dem bedeutungsschwangeren Rumgeeier; Worum geht es? Nun, was mir unter den Nägeln brennt (aua), sind die, ja, wie kann ich das halbwegs diplomatisch formulieren... die hier zu Lande erfolgreichen Damen des humoristischen Gewerbes. Damit beziehe ich mich überwiegend auf Frauen, die als Solokünstlerinnen Deutschland bespaßen, will aber nicht sagen, dass sich auf alle von ihnen mein Genöle bezieht.
Und schließlich, um mögliche Einwänden die Grundlage vorweg zu nehmen: Nein, ich will den Wert des Schaffens anderer nicht schmälern und nein, ich bin auch nicht neidisch. Ich bewege mich als Autorin und Cartoonistin in einem anderen Gefilde und ungeachtet dessen, dass es mir des Öfteren angeraten wird, so habe ich bei Leibe nicht das Bestreben mich vor der Kamera zu zeigen oder mich auf einer Bühne zu bewegen.

Aber was genau will ich überhaupt loswerden? Nun, oft drängt sich mir der unbequeme Eindruck auf - und ich hoffe inbrünstig, dass ich mich irre - , dass sich der Erfolg weiblicher Comedians vornehmlich daraus speist, dass sie zum Einen permanent über vermeintliche weibliche Besonderheiten sprechen und zum Anderen sich zeitgleich überspitzt gegen die Rollenerwartungen, die in unserer Gesellschaft an Frauen gerichtet werden, verhalten. Das erzeugt an und für sich schon ein Unbehagen bei mir. Was das noch verstärkt, ist der Eindruck, dass dieses Gebaren nicht aus inneren Antrieb des eigenen Wesens entspringt, sondern weil das Verhalten gegen Konventionen eine gewisse Komik erzeugen kann und nur als Instrument für die Show bedient wird; sozusagen „Hi, hi, die Frau redet über Masturbation und sagt Schwanz.“.
Damit will ich auch nicht bestreiten, dass ich mich in meinen Werken hin und wieder Geschlechterklischees bediene, aber ich bespiele nicht nur die „Mann-Frau“-Unterschiede in Barth´scher Manier, wenn ich mit Stereotypen arbeite und der Unterhaltungswert meiner Schöpfungen speist sich zudem auf mehreren Ebenen. (Dazu habe ich mich ausführlicher im obengenannten Blogbeitrag ausgelassen.)




Einfaches Humorrezept – Kann zu geistiger Mangelernährung führen
Unabhängig von meinem persönlichen Geschmack hinsichtlich Authentizität und dem Fokus auf  „Hi. Hi, die Frau redet über Masturbation und sagt Schwanz.“, wurmt mich noch mehr daran. Mal abgesehen davon, dass man im Allgemein sagt, dass es der deutschen Comedylandschaft an Heterogenität fehlt, so legen weibliche Comidians oft einen Dauerrepeat des eigenen Inhalts an den Tag – was man Mario Barth nicht zu Unrecht vorwirft, bei ihnen aber keinen stört -, spielen noch andere Motive in mein Unbehagen hinein, die mehr als nur den Humorbereich umfassen.
Denn – und ja, ich weiß, dass liest sich jetzt exorbitant feministisch - dieses Gebaren reproduziert in seiner stringenten Gegenhandlung hinsichtlich Geschlechternormen ebendiese, genauso wie die alltäglichen Interaktionen es tun. Und damit klar wird, dass ich das nicht nur auf Menschen mit Vagina beziehe; Es reproduziert ebenso die Geschlechternormen in punkto Mann, der als plumpes, nicht empathisches Wesen von niederem Intellekt runtergebrochen wird, der naiv mit Scheuklappen durch die Weltgeschichte läuft.*
Sicherlich kann man sich seine Geschlechtsidentität für sein Programm zu eigen machen - so ist auch das ein mehr oder weniger ausgeprägter Aspekt einer jeden Persönlichkeit - doch durch die starke Fokussierung darauf reduziert man sein eigenes Wesen auf eben nur diesen Aspekt. Das kann natürlich jeder selber für sich entscheiden, (und nun das Obligatorische) aber es geht damit einher, dass die angestrebte Geschlechtergleichheit durch sowas unterwandert wird.

*Hier ein kleiner Fachanfall: Geschlechternormen finden sich in sämtlichen bekannten Gesellschaften und sollten zunächst – so schwer es manchmal auch fällt – möglichst neutral beurteilt werden. Da aber in unserer Gesellschaft ein Konsens darüber besteht, dass die Geschlechter als gleichwertig betrachtet werden sollen - wasich das selbst sehr begrüße -, wird vielleicht deutlich, dass eine ständige Wiederholung selbst im „humoristischen“ Kontext eher kontraproduktiv für das Ziel ist, alle gleich zu bewerten.



Dauerrepeat und die Frage, was zuerst da war: Das Klischee oder die Realität
Die begehrte Gleichheit setzt unter anderem voraus, dass sich nicht permanent daran aufgehalten wird, wer nun was für ein Geschlecht hat und wo genau die Unterschiede liegen. Missstände sollten – auch in künstlerischer Form – angesprochen werden, aber dieses ewigwährende Darauf-Rumgereite führt schnell zur Abstumpfung und Genervtheit, statt zur Erleuchtung – es gibt genug Beispiele, bei denen das ebenso zutrifft. Denn das exzessive Aufzeigen der Ungleichheit trägt durch die beinah mantraartige Wiederholung zur Verfestigung und Verbreitung derselben bei und schürt im schlimmsten Fall Diskriminierungen.** Sicher dient der Zweck von Comedy der Erheiterung und soll auch gar nicht immer tiefsinniger Ernst mitschwingen, aber muss man deswegen solche Dinge unberücksichtigt lassen?

Und nein, ich will damit nicht die zum Teil täglichen Diskriminierungserfahrungen abtun und nein, ich sage auch nicht, dass wir darüber nicht reden sollten, aber so wie es jetzt läuft, untermauert es das bestehende System von Ungleichheiten.
Ich bin bei Leibe keine Ultrafeministin und wenn ich von Geschlechtergleichheit spreche, dann beziehe ich das nicht nur auf Frauen. Es wiederstrebt mir, wenn jemand wegen seines Geschlechts o.Ä. diskriminiert wird, ganz gleich, ob es Männlein, Weiblein oder whoever betrifft. Niemand sollte wegen seines Geschlechts, seiner Religion oder was auch immer benachteiligt werden.

**Wer sich zu diesen Mechanismen im Allgemeinen informieren will, ist mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann gut beraten.




Political Correctness – wenn Toleranzbemühungen ad absurdum geführt werden
Das Bedenken solcher Aspekte impliziert jedoch nicht, dass sie auf diese Weise tabuisiert werden sollten. Ich will gar nicht leugnen, dass ich politisch inkorrekte Witze oft amüsant finde. Darüber zu Lachen bedeutet jedoch nicht, dass man denjenigen, den es betrifft, abwertet. Und nicht zuletzt können auch gerade diese Witze gesellschaftliche Missstände aufzeigen, ins Gedächtnis rufen und dafür sorgen, dass sie nicht vergessen werden.
Sicherlich stoße ich mit meinen Standpunkt zu PC und dessen zum Teil skurrilen Auswüchsen so manchen vor den Kopf und ganz ehrlich, das sollte ebenso zu denken geben; Das soll nicht heißen, dass man alles tolerieren muss, so muss auch ich tolerieren, wenn sich jemand gegen meine Ansichten auslässt – aber der Umgang sollte angemessen bleiben und bei manchen Sachen ist es sogar empfehlenswert, dazu auf Kuschelkurs zu gehen – aber das Thema würde den Beitrag nun wirklich sprengen.***

Jeder von uns war schon mal von einen Witz in irgendeiner Weise betroffen und hat sich vielleicht sogar angegriffen gefühlt. Verwerflich ist das nicht, aber ist die daraus folgende Reaktion wirklich angemessen?

In diesem Zuge möchte ich das an einem Beispiel verdeutlichen, nämlich – da muss Walulis herhalten – in der Folge Dokusoaps im Fernsehen - Von Bauern bis Ordnungswächtern der Sendung „Walulis sieht fern“ wurde ein Scherz am Rande gemacht, dass sich Moderator und Kopf des Teams (Phillip Walulis himself) einen Legastheniker als Abwärtsversicherung „hält“. Obwohl es mich als Legasthenikerin betrifft, habe ich mich darüber köstlich amüsiert. Warum auch ein Gezeter aus etwas machen, dass in homöopathischer Dosis nicht zum moralischen Zerfall einer Gesellschaft führt? Wenn ich mich als Legasthenikerin - dazu mehr in meinen Beitrag „Schreiben mit Legasthenie“- nicht deswegen einpisse, wieso sollte es jemand anders machen, der nicht davon betroffen ist? Damit will ich niemanden absprechen, sie verletzt zu fühlen oder etwas hinzunehmen, aber ehe man sich dazu äußert sollte man kurz inne halten. Ein kleiner Witz am Rande eines großen humoristischen Kontextes verdammt nicht gleich das ganze Format und führt auch nicht zum Untergang des Abendlandes. Schon gar nicht, wenn es so etwas vergleichsweise Harmloses umfasst. Zumal es häufig nicht die Betroffenen selber sind, die sich darüber brüskieren, sondern eher diejenigen, die so verkrampft auf Toleranz abzielen, dass sie in ihren Reaktionen eher das Gegenteil bewirken.

Natürlich ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es genug Scherze gibt, die zu weit gehen und zu den Dingen, die nicht toleriert werden dürfen, gehört es, wenn Menschen (zum Teil systematisch) ernsthaft abgewertet und diskriminiert werden. Sich jedoch über µ aufregen sorgt dafür, dass  solche Fälle kaum wahrgenommen werden, weil sie in der Flut der Empörung über Belanglosigkeiten untergehen.

***Toleranz speist sich nicht nur daraus, andere Menschen/Sachen/yada yada, yada hinzunehmen, sondern mitunter auch durch den Umgang mit solchen Sachen. Auch hier gilt; Durch das ständige zum Problem machen wird oft zusätzlich Intoleranz geschaffen statt abgebaut. Aber gut, das ist eine ganz andere Baustelle, die mir nicht nur sozialwissenschaftliche Nerven kostet.





Zurück zu den Brüsten
Nach  diesem mehr oder weniger üppigen Exkurs in Bereich Diskriminierung, Toleranz und Überflutung von PC will ich wieder zum eigentlichen Thema zurückfinden; Das feminine Erfolgsrezept von Comedians.
Mich nervt also der daraus entstehende Einheitsbrei hinsichtlich weiblicher Comidian – nicht zuletzt zeigt uns die Genetik, dass Vielfalt etwas Begehrenswertes ist – sowie die ständige Selbstwiederholung. Das kann man so machen, aber ich muss es nicht mögen. Dass sich das in der Reproduktion von Geschlechterungleichheiten niederschlägt, ist für mich allerdings keine Frage von Geschmack und PC. 
An die Klischeeaspekte anknüpfend folgt noch ein weiterer Punkt; Nämlich das Bild, was von – nennen wir es mal - witzigen Frauen generiert wird. Denn es scheint fast so, dass sich der Erfolg vor allem dann einstellt, wenn man sich in einer Mischung aus überspitzer Klischeebestätigung und dessen Wiederlegung bewegt. Das könnte an und für sich vielversprechend sein, wird aber in der Regel so plump und flach umgesetzt, dass selbst ein Blatt Papier mehrdimensionaler ist - Und das kann man wenigstens zu einem Konstrukt falten.
Wem jetzt direkt South Park und Amy Schumer einfallen, weiß genau worauf ich hinaus will. Für diejenigen, die weder das eine, noch das andere kennen, breche ich es jetzt nochmal auf die Sätze „Hi, hi, hi, ich hab eine Vagina“ und „Hi, hi, hi, ich bin eine Frau und verhalte mich atypisch dazu“ runter. Damit ist dann die Witzepalette im Groben zusammengefasst. Das ödet mich als Konsumentin zeitnah an und es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass man als Mensch mit Vagina auch amüsant sein kann, ohne ständig seine Witze im Geschlechterkontext zu konzipieren.
Wenn sich diese Sachen mehr im Bereich Satire ansiedeln würden, statt im mitunter plumpen Comedy-Genre, wären sie mir möglicherweise nicht so zuwider. Sicher ist Comedy nicht gerade für seine tiefsinnigen Witze bekannt, aber auch oberflächlicher Humor muss sich nicht immer auf das Gleiche beziehen, wie andere Comedians beweisen.




Fazit ohne Titten
Ich will gar nicht leugnen, dass die Konsumenten, die solche Witzformate mit Preisen und hohen Quoten belohnen, zu diesem Frau-Klischee-Humor-Komplex beitragen, aber auch die Damen, die sich bewusst auf diese Aspekte reduzieren, um Erfolg zu haben, wirken mit und machen es sich mit dieser Formel ganz schön einfach. Mit diesem Mittel können die meisten Menschen ein paar Lacher generieren.
Das finde ich gelinde gesagt Mist, jedoch prognostiziere ich, dass diese Konzepte längerfristig eine ähnliche Übersättigung des Marktes wie bei Mario Barth mit sich bringen und besagte Comedians einer analogen Kritik heimfallen werden.
Für mich heißt es, dass ich mich weiterhin eher an Satire laben werde und für oberflächlicheren Lachangelegenheiten auf humoristische Zeichentrickserien sowie Klamaukklassiker wie Leslie Nielsens „Die Nackte Kanone“- Reihe oder Monty Pythons dadaistischen Nonsense-Anbandelungen halten werde.
Mein Unmut über die derzeitige Entwicklung bleibt, nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Vagina. Jedoch nehme ich durch meine Verbalisierung es nicht schweigend hin und es ist unwahrscheinlich, dass ich die einzige Person bin, die das so empfindet – und damit meine ich auch Menschen mit Penissen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Brace yourself – NaNoWriMo is coming!



Es ist bald wieder so weit, denn neben dem Movember (aka No Shave November) erwartet uns im November der NaNoWriMo – der National Novel Writing Month. Eine gute Gelegenheit, einen Roman zu schreiben.



Hä – ein Roman in 30 Tagen?!

Der NaNo erwuchs aus einen Projekt von Chris Baty und umfasst ein globales Netzwerk an Schreibwütigen. Das Ziel ist es, einen Roman in 30 Tagen mit rund 50.000 Wörtern zu verfassen. Und mit einen Schnitt von ca. 1.666 Wörtern pro Tag ist das durchaus machbar. Sicher, der generierte Text ist noch eine Rohfassung,* aber es entsteht was – und das wirkt auf viele motivierend. Ebenso wie der nationale und internationale Vergleich mit seinen Wordcount, also quasi ein literarisches Wettbewerbfeeling, kann einen zum Schreiben stimulieren. Wer mehr dazu wissen will, kann Tante Google und Onkel Wikipedia befragen oder wendet sich direkt an die offizielle Seite. 
 
*Aber auch ein Text der anders zustande kommt, bedarf Überarbeitung.



Mein erstes Mal – NaNo 2012

Es war Ende meines Bachelors als meine Kommilitonin Gwen (nochmal vielen Dank an sie) mich fragte, ob ich mit ihr das Seminar „Schreib einen Roman in 30 Tagen“ besuchen würde. Das kam mir recht, denn ich bin im Verlauf meines Studiums nur noch dem wissenschaftlichen Schreiben nachgegangen und hatte vollkommen vergessen, wie gerne ich mich auch „kreativ“ austobte. – Ich weiß immer noch nicht, wie es dazu kommen konnte, aber es war mir völlig entfallen, dass Schreiben neben dem Zeichnen mir sehr viel Freude bereitet. 

Also besuchte ich besagtes Seminar mit Gwen und durch unserer fabelhaften Dozentin entsann ich mich meiner Passion für das Schreiben; Es war nicht mehr die Erinnerung, dass ich es gerne tat, ich tat es wieder gerne. So nahm ich mir vor, dass ich während des Masters das Schreiben nicht so sträflich vernachlässigen wollte – das habe ich sogar geschafft. Zudem bewirkte die Vorbereitungszeit für den NaNo, dass ich mir zum ersten Mal mehr Gedanken über einen Text machte als das drauflos schreiben.



How to NaNo

Und ohne Planung ist ein solches Wortpensum dauerhaft nur schwierig zu erfüllen; Denn so viele Wörter am Tag zu produzieren ohne einen groben Plan zu haben, ist bei Leibe nicht so einfach wie man es sich vorstellt. Daher eignete sich der Oktober für planerischer Aspekte rund um die Idee; Von einer Storyline zu einzelnen Kapiteln, thematische Schwerpunkte und Charakterkonzepte. Schon alleine das Bewusstwerden, dass sich eine Geschichte aus Protagonist und Antagonist besteht, einen Konflikt, der die ganze Sache los tritt, etc., war mir eine Hilfe. Retrospektiv kann ich sagen, dass ich das vorher schon beachtet habe, aber manchmal kann es einen inspirierenden Einfluss haben, wenn man sich das Offensichtliche bewusst macht.

Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass man sich mitunter wirklich die Schreibzeit freischaufeln muss. Im November muss man mitunter auf so manche Verlockung verzichten und der Fokus liegt oft nur auf das Schreiben. Ferner sollte man auf allzu großen Perfektionismus diesbezüglich verzichten, denn das Ziel, möglichst viele Wörter zu produzieren, lässt sich nur schwer erreichen, wenn man jeden Satz bis zum Erbrechen schon während des Schreibens überarbeitet. Das sind Feinheiten, die definitiv in der Nachbearbeitungsphase zu beachten sind. 

Damit wird deutlich, dass sich vor dem Schreibmonat eine intensive Planung anbietet, damit man sich nicht während des NaNos mit Gedanken über Storyline und Co. verläuft, und dass schreiberische Perfektion bis zur Nachbearbeitung warten sollte. 



Auswirkungen auf mein Schreiben

Die Erfahrung des NaNos hat sich bei mir nicht nur im Schreiben niedergeschlagen, ist hier aber wohl am üppigsten. Zuvor entstanden meine Ergüsse durch ein diffuses, planloses Losschreiben mit Hauch von einer Idee, teilweise von einer Szene zur anderen hangelnd ohne mich mit Geschichte auseinander zu setzen und mitunter nicht mal ein µ Ahnung hatte, wo es hingehen wird. Und von weitläufigeren Gedanken wie „Was will ich ausdrücken?“ oder „Wen will ich erreichen?“ war ich noch viel weiter entfernt. Der NaNo machte mir die Basics zu Storyline und Planung deutlich, die mir persönlich bei der Entwicklung meiner Erzeugnisse helfen. Nicht nur beim Schreiben, sondern auch bei meinen Comics sinniere ich vorab über einen groben Verlauf und die charakterliche Beschaffenheit der Personen. Diese Gedanken dazu schaffen nicht nur eine klarere Struktur in meinen konfusen Geist, sie bewirken zudem eine intensivere Beschäftigung damit.

Mein erster NaNo Roman „Eine dadaistische Reise ins Unaussprechliche“, der auch irgendwann einen Verlag angetragen werden soll, ist mein erstes Werk, bei dem ich eine deutlich intensivere Auseinandersetzung mit dem Projekt betrieb. Hierfür entwickelte ich zum Beispiel eine Landkarte, skizzierte einen Verlauf und konzipierte einzelne Charakterbögen, die über bloße Äußerlichkeiten hinaus gingen; Hintergrundgeschichte, Wesenszüge, usw. durchdachte ich zum ersten Mal weitreichend. Der NaNo 2012 hat mir also nicht nur wieder die Freude am Schreiben ins Gedächtnis gerufen, sondern einen Art „Leitfaden“ zur Entwicklung meiner Projekte. Und inzwischen gehen die Gedanken noch weiter; Neben Planung und Charakterkonzepten achte ich vermehrt auf Konsistenz der Story und die Sinnigkeit der Charakterentwicklung. 

Aber das nimmt dem Schreiben bei Leibe nicht seine Spontanität; Zumindest da ich nur einen Leitfaden zur Geschichte habe, der an verschiedenen Stellen mehr oder weniger durchdacht ist und Freiraum für spontane Einfälle und unerwartete Entwicklungen bietet



NaNo´sche Einfluss auf die Wissenschaft

Die Erfahrung des NaNos hat nicht nur Auswirkung auf mein Schreiben und die Konzepte meiner Comics. Die fruchtende Kombination aus Planung und zügiger Textgenerierung im Sinne sich nicht an der Formulierung einzelner Sätze aufhalten lässt sich auch auf dem Bereich der Wissenschaft anwenden. In abgewandelter Form habe ich meine Masterarbeit quasi einfach nur geschrieben (natürlich mit sofortigen und korrekten Zitieren) ohne mir über einzelne sprachliche Aspekte Gedanken zu machen. Damit blieb ich in der heißen Phase schreibblockadenfrei und stellte schließlich bei der Korrektur fest, dass die Formulierengen weniger Mist waren wie angenommen. Diese Methode schlug ich einer Freundin für ihre Doktorarbeit vor, die ihr letztendlich dabei half, diese ohne relevante Schreibkrisen zu verfassen. Man sieht, es lohnt sich auf jeden Fall, sich auch in solchen Bereichen mit Schreiben näher zu beschäftigen.



NaNo 2017

Dieses Jahr findet der NaNo ohne mich statt, da ich mich gerade in den letzten Zügen meines aktuellen Projekts befinde. Dort fehlen nur ein paar Szenen sowie das Ende, sodass es sich für mich nicht rentiert, auf möglichst viele Worte abzuzielen.

Wie sich vielleicht erahnen lässt, habe ich den NaNoWriMo nicht (nur) vorgestellt, um meine literarische Entwicklung zu promoten. Ich hoffe, dass ich einige von euch ermutigen konnte, es selbst mal zu versuchen. Wer schon immer mal einen Roman schreiben wollte, kann es hiermit einfach mal versuchen und auch, wenn man im Anschluss feststellt, dass der NaNo oder das Schreiben nichts für einen ist, so bleibt es eine absolut lohnende Erfahrung – insbesondere, wenn man sie mit Freunden und Bekannten erlebt.

In diesem Sinne: Brace yourself, NaNoWriMo is coming!